. .

Aktuelles

Ministerratsbeschluss: 200 neue Stellen für Förster

2017-10-06 17:58 von Andreas Schlegel

Staatsminister Helmut Brunner reagiert schnell auf Sturmwurf und Borkenkäfer

Als Soforthilfe erhalten betroffene Waldbesitzer in den Schadensgebieten 100 Millionen Euro in Form von Zuschüssen, zinslosen Krediten und steuerlichen Vergünstigungen. Außerdem werden Beschäftigte der Forstverwaltung an die Ämter im Hauptschadensgebiet abgeordnet. Weiter werden zeitliche Fahrverbote für LKW aufgehoben, die Tonnage auf 44 Tonnen erhöht, die Anlage von Holzlagerplätzen durch die Forstverwaltung koordiniert, die Zuschüsse für Neubau und Instandsetzung von Wegen sowie für die Anlage von Holzlagerplätzen erhöht und ein landesweiter Einschlagsstopp für Nadelfrischholz bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) zur Entlastung des Holzmarktes beschlossen. Zusätzliche Finanzmittel für die Wiederaufforstung der Schadflächen sollen im Nachtragshaushalt 2018 beschlossen werden.

Mit der „Offensive Waldumbau 2030“ soll landesweit der Waldumbau in klimatolerante Mischwälder deutlich forciert werden. Ziel ist es, die jährliche Waldumbaufläche in den Privat- und Kommunalwäldern von bislang jährlich 6.000 auf künftig 10.000 Hektar anzuheben. Bis 2030 sollen dann insgesamt 200.000 Hektar Wald klimagerecht umgebaut sein. Um das Ziel zu erreichen, sollen jährlich 20 Millionen Euro für den Waldumbau und jährlich 20 zusätzliche Planstellen bereitgestellt werden. Für die Stellen und Mittel gilt der Haushaltsvorbehalt, sie müssen noch genehmigt werden.

Die schnelle Reaktion der Staatsregierung auf die sich rasant entwickelnden Waldschäden ist begrüßenswert. Die IG BAU hat in der Vergangenheit die politisch Verantwortlichen im Landtag über die Dramatik informiert (siehe Bericht im pdf- Anhang) und auf die Auswirkungen des Personalnotstandes hingewiesen. Die jüngsten Waldschäden durch das Sturmtief im August hatten die Lage für Beschäftigte und Waldbesitzer weiter verschärft. Die beschlossene „Offensive Waldumbau 2030“ wird mit einer knapp 70- prozentigen Erhöhung der Waldumbauziele begründet. Diese Erhöhung wird zwangsläufig mit der Häufung der Waldschäden kommen. Aber die Verwaltung hatte bereits jetzt schon personelle und finanzielle Probleme, um ihre Ziele zu erreichen. Mit den neuen Zielen wird die Latte höher gehängt. Ob die bis zum Jahr 2030 zu schaffenden 200 neuen Stellen dafür ausreichen werden (es werden weniger sein, weil noch über 63 Stellen abgebaut werden), darf bezweifelt werden.

Zurück